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Logbücher früherer Expeditionen:
 

 

 
Logbuch "Heiß statt Eis"
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Tag und Zeit: 10.11.2018 08.11 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: Regen / 12,0 ° C  
Wassertemperatur: 08,0 ° C  

Erinnerung an alte Zeit: Durch die Restauration und Reparatur dieses Agria Einachsschleppers (Bj 1977) auf dem WRB9, habe ich mich wieder an Zeiten meiner Landschaftspflege und Waldrekultivierung erinnert. Solch Arbeitsgerät war bei mir täglich meist über 10 Stunden pro Tag im Einsatz. Da es ein Einachsschlepper und kein vierrädriges Fahrzeug war, musste bei welchen Arbeitsgang auch immer neben her gelaufen werden. Pro Tag haben sich so etliche Kilometer addiert. Man blieb in Bewegung. Dass sich der momentane Regen in einem Kanalsystem ohne weiteren Zulauf im Wasserstand kaum bemerkbar macht ist verständlich. Doch jetzt ist die Kanalbehörde aktiv geworden und pumpt derzeit nach mehrmaligen Telefonaten meinerseits, sehr langsam Wasser in das System. Zentimeter um Zentimeter steigt der Wasserspiegel, sodass die Wassergekühlten Maschinen (Hauptmaschine und Generator) wieder in Betrieb genommen werden können. Ein normales Bordleben stellt sich wieder ein. An Weiterfahrt gen Süden ist aber noch nicht zu denken.


Tag und Zeit: 29.10.2018 10.19 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: NW / 2 bft  
Wetter: Regen / 5,8 ° C  
Wassertemperatur: 15,0 ° C  

Der Wasserspiegel sinkt kontinuierlich, als ob einer den Kanal leer laufen lassen würde. An Hand vorbeiziehender Blätter auf der Wasseroberfläche kam ich auf diesen Gedanken. Zumal auch wirklich immer weniger Wasser im Kanal ist. Das unsere Gypsy Life auf Grund sitzt ist schon einige Tage so. Doch durch das schwindende Wasser fehlt dem Schiff der Seitenhalt und es beginnt sich auf eine Seite zu neigen. Nach Kontaktierung der Kanalüberwachung, kam man persönlich vorbei um vor Ort die Lage zu besprechen. Die Pumpe die auf etwa 1 km Rohrlänge und 50 m Höhenunterschied Wasser aus der Mosel in den Kanal pumpt steht seit etwa einer Woche. Bei Baggerarbeiten sollte ein Rohr beschädigt worden sein. Reparatur in Aussicht. Gute Information, aber nicht zufrieden stellend. Denn das Wasser würde dadurch nicht weniger werden. Irgendjemand saugt den Kanal leer. Man sprach von undichten Stellen im Kanal, die den Wasserspiegel fallen lassen würden. Da es zur Zeit regnet, müsste sich dies etwa aufheben. Dem ist aber nicht so. Heute kam der Chef persönlich vorbei und erklärte mir, dass man Wasser für die Meuse benötige und das aus diesem Kanal entnommen wird. Man will ausreichend Wasser im Fluss für die Fische haben.Ich gab zu verstehen, dass man uns extra aus dem Fluss Meuse wegen Hochwassergefahr in das Kanalsystem beordert hat. Ich habe freundlich die Verantwortung über unsere Schiffe der Kanalbehörde übergeben.Zwischenzeitlich ist das Schiff seitlich an Bäumen und an der Spundwand gegen das Umkippen mit Dehnungsarmen Tauwerk gesichert worden. Es ist spannend. So bleibt die Weiterfahrt gen Süden weiterhin ein Traum.


Tag und Zeit: 21.10.2018 18.21 utc
Ort: 48° 42,210´ N 005° 43,230´ E
Wind: windstillt  
Wetter: dunkel / 15,5 ° C  
Wassertemperatur: 17,0 ° C  

Schrieb ich letztes Jahr im Herbst unter Aktuelles, dass Kraniche die über mich fliegen, eine Unruhe in mir weckten und ich dann kurz entschlossen Finnland verließ und weiter gen Süden fuhr. In letzter zeit sehe ich hier auch gerade Nachts viele Kraniche über uns fliegen, die weiter Richtung Süden unterwegs sind. Es ist reiner Zufall, dass wir genau in ihrer Flugschneise liegen und daher die Möglichkeit der Beobachtung haben. Von Unruhe spüre ich nichts, obwohl wir hier momentan durch den Wassermangel mit der Gypsy Life auf Grund sitzen. Die Versorgung ist durch unser Adventure Bike und durch das Fischerboot FB5, welches auch noch bei sehr niedrigem Wasserstand fahrtauglich ist, gegeben. Brennholz wird gerade schnitten und spaltet, damit in den regenreichen Monaten das Schiff von innen getrocknet werden kann. Ob das jetzt schon unser Überwinterungsplatz ist kann ich noch nicht sagen.


Tag und Zeit: 10.10.2018 18.51 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,233´ E
Wind: windstillt  
Wetter: dunkel / 16,1 ° C  
Wassertemperatur: 15,0 ° C  

Heißt es nicht man sieht sich immer zwei mal im Leben? Im Jahr 2014 haben wir in Isafjördur ein Ehepaar aus dem Schwarzwald kennen gelernt und eine schöne Zeit miteinander verbracht. Jetzt nach verstrichenen 4 Jahren hat uns das Ehepaar hier in der Nähe von Pagny sur Meuse wieder besucht. Grillen auf dem WRB9, Kaffee und Kuchen in der Gypsy Life und das bei bestem Wetter. So behalten uns die Gäste hoffentlich in Erinnerung. Es war wieder eine schöne Zeit. Danke schön.


Tag und Zeit: 02.10.2018 16.20 utc
Ort: 48° 49,971´ N 005° 30,654´ E
Wind: windstillt  
Wetter: Bewölkt / 9,8 ° C  
Wassertemperatur: 16,5 ° C  

Aufbruch: Ganz unerwartet bekommen wir vom VNF ( die Organisation der französischen Kanäle) die Information, dass wir weiter fahren können. Ein kleiner Hacken ist jedoch dabei. Es steht nur ein Zeitfenster von einigen Tagen zur Verfügung. Die Organisation möchte alle Schiffe die sich in der Meuse aufhalten weg haben. Sie fürchten das es mit dem all jährigen Hochwasser in den Wintermonaten Probleme geben kann. Deswegen möchte sie alle Schiffe im Kanalsystem vor Toul wissen, weil dort das Hochwasser reguliert wird. Das Fenster ist für die Strecke mit den unzähligen Schleusen für uns nicht realisierbar. So entscheidet die VNF das die Schleusenzeiten für uns als Berufsschiffer verlängert werden müssen. Anstatt von 9 – 18 Uhr jetzt 7 -19 Uhr. Dies setzt aber zu dieser Jahreszeit, da es morgens noch recht dunkel ist ein sicheres Manövrieren bei Dunkelheit voraus. Das Schiff sollte nicht nur Radar sondern auch über eine entsprechende Schweinwerferanlage nach allen Seiten verfügen. Denn die Schleusen und Tunneleinfahrten sind durch ihre schmalen Zufahrten erheblich dunkler als das restliche Umfeld. Unsere Vlet die derzeit als Zugschiff eingesetzt ist verfügt durch die Jahre lange Navigation in den Wintermonaten in der Arktis über ausreichende Lichtquellen. So ist es für mich möglich auch mit dem geschleppten Leichter WRB9 und dem Fischerboot FB5 mit einer Länge von etwa 28 m sicher vorwärts zu kommen. Die Weiterfahrt ist aber auch begrenzt. In Toul am Ende des Kanals der Meuse, ist derzeit noch eine Brückenbaustelle nicht abgeschlossen. Man strebt an bis zum 28.10.2018 mit den Arbeiten fertig zu sein. Wer lange mit dem kühlen Nass zu tun hat weiß, dass immer unvorhersehbare Herausforderungen gibt. Wie es auch ausgehen wird, wir sind auf jeden Fall dem Süden etwas näher gekommen.


Tag und Zeit: 18.09.2018 17.11 utc
Ort: 49° 24,091´ N 005° 11,207´ E
Wind: windstillt  
Wetter: Bewölkt / 22,8 ° C  
Wassertemperatur: 20,0 ° C  

Eine Woche Heimaturlaub mit einer Fahrstrecke von 1800 km auf unserer Adventure Enduro sind absolviert worden. Bestes Wetter kein Regen. Zum Fahren auf dem Motorrad prima aber für die Weiterfahrt gen Süden eher schlecht. Nach neuesten Meldungen kommt jetzt zu dem fehlenden Wasser auch noch eine Reparatur an zwei Schleusen dazu. Ich vermute man will das Niedrigwasser zum arbeiten nutzen. So wird meine Hoffnung eventuell Mitte Oktober weiter zu kommen vernichtet. Die Arbeiten sollen laut offiziellen Angaben bis 18.11.2018 beendet werden. Wenn man die ruhige und Stress frei Mentalität der Franzosen kennt, darf man ruhig gleich ein paar Tage dazu zählen, bis es wirklich weiter geht. Will man den Fantasien einiger Leute glauben schenken, sollen die Reparaturen über ein Jahr anhalten. Wir sehen es gelassen, denn auf dem nächst gelegenen Kanal, der eine Umfahrung ermöglicht, ist ein Häuschen durch einen starken Wind in eine Schleuse gefallen. Hier soll die Bergung und das Beheben des Schadens tatsächlich über ein Jahr dauern. Wir werden unseren Liegeplatz am Kanalufer gesäumt von Büschen und Bäumen weiter so wie wir es aus den Überwinterungen in der Arktis kennen weiter ausbauen.


Tag und Zeit: 22.08.2018 17.22 utc
Ort: 49° 24,091´ N 005° 11,207´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 24,8 ° C  
Wassertemperatur: 21,0 ° C  

Die Zeit vergeht wie im Flug: Wir liegen fernab jeglicher Hafenversorgung, wie schon erwähnt als „Schattenparker“ unter Bäumen und merken gar nicht wie schnell die Zeit vergeht. Jeder Tag steckt voller Arbeit die drei Schiffe und neun Motoren in guter Kondition zu halten. Kundendienste, Pflege-, Reparatur-, und Streicharbeiten halten neben den alltäglich, wiederkehrenden Arbeiten und ganz schön in Bewegung. Der Regen und die dadurch erwartende Befüllung der Kanäle und Flüsse bleibt bis auf weiteres aus. Wir bauen unseren Liegeplatz derzeit weiter aus, denn ich nehme an, dass es vor Ende Oktober nicht weiter geht


Tag und Zeit: 02.08.2018 15.42 utc
Ort: 49° 29,099´ N 005° 12,049´ E
Wind: 0 bft  
Wetter: sonnig / 33,7 ° C  
Wassertemperatur: 26,0 ° C  

Aus der Traum, nichts geht mehr: Wir liegen kurz vor Verdun einer Stadt der vielen Historikern bekannt sein dürfte. Der Wasserstand ist laut den Schleusenwärtern ab St-Mihiel so niedrig, dass die Schifffahrt eingestellt wurde. Bis dort hin wären noch einige Fluss Kilometer für uns befahrbar, doch angeblich sind bedingt durch die Sperre die Häfen und freien Liegeplätze mit wartenden Schiffen überlastet. Bei den anhaltenden Temperaturen weit über 30° ziehen wir es aber vor, uns nach den Schattenplätzen richten zu können. Viele Schiffe die uns passiert haben, kommen wieder entgegen und sind auf Umkehrkurs, Richtung Norden unterwegs. Wir müssen jetzt auf einsetzenden Dauerregen warten, damit die Flüsse zur Meuse hin wieder Wasser führen und sie befüllen können. In den nächsten 14 Tagen soll es laut Wettervorhersage 0,9 L/m² in zwei Tagen regnen. Bei solch minimaler Wasserzufuhr kann es Wochen oder gar Monate dauern, bis die Sperrung aufgehoben wird. Wenn ich mich an die Expedition „Donau – Alaska“ im Jahr 2013 erinnere, warteten wir 11 Monate auf Island, bis sich die Orkan Häufigkeit beruhigte und das Packeis solch Lücken aufwies, dass eine kleine Fahrrinne für uns sichtbar wurde. Sollten sich keine unvorhersehbare Hürden durch Behörden oder sonstiges vor uns aufbauen, werden wir warten.


Tag und Zeit: 26.07.2018 14.19 utc
Ort: 49° 29,485´ N 005° 10,823´ E
Wind: S / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 41,1 ° C  
Wassertemperatur: 25,0 ° C  

Das die Temperaturen lokal unterschiedlich sind, habe ich ja schon auf meinen Arktis Fahrten dokumentiert und muss das gerade hier in den Breiten auch feststellen. Wir liegen momentan ziemlich offen, so dass uns ein leichter Wind erreichen kann, dennoch sind die Temperaturen über 40°. In Wald oder Buschnähe liegen die Temperaturen um 35° . Unter diesen Umständen eine Temperaturerhöhung von 1° - 1,5° über das Jahr gesehen auf eine große Fläche ( die Weltkugel) zu übertragen ist für mich schon mehr als eine blauäugige Behauptung. Zu Unterschiedlich fallen die Werte über die Land und Wassermassen aus. Zumal es nicht im Ansatz flächendeckende Messestationen auf dem Wasser gibt. Die Wassermassen aber immer hin 2/3 der Erdoberfläche ausmachen. Das Material und die Crew stehen, legt man die Überwinterungen in der Arktis zugrunde, gerade einen Temperaturunterschied von mehr als 80 ° durch. Dieser Prozess kann nur schrittweise von statten gehen, deswegen erwähnte ich vor Antritt unserer Fahrt, wir werden langsam unterwegs sein.


Tag und Zeit: 15.07.2018 16.51 utc
Ort: 49° 47,606´ N 004° 45,523´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnig / 38,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

Bericht 23 „Der Sonne entgegen“ fertig gestellt. Viele Leser kennen meine Berichte aus den vorherigen Expeditionen. Hier wurde unter anderem, möglichst mit Fotos als Beweismittel viele Sachverhalte, die durch die Medien zum Thema Arktis unvollständig dokumentiert wurden, in einem anderen Licht dargestellt. Das Thema Arktis haben wir nach fast 20 jähriger Befahrung mehreren Überwinterungen vor Ort auf dem eigenen Schiff, und zuletzt mit einem Daueraufenthalt von 4 Jahren, für die kommenden Jahre eingestellt und sind wie bekannt in Richtung Süden unterwegs. Die jetzigen Berichte sind eine Zusammenfassung aus einigen interessanten Fakten und dem Reiseverlauf als solches. Welche Menschen wir kennen gelernt haben und welche Situation gemeistert werden mussten. Die Bilder zeigen die Landschaft vom Wasserweg via Schiff und von den abgelegenen Wegen via Motorrad aus. Also genau das Richtige nach einem Stressreichen Tag sich durch Bilder und Text auf andere Gedanken zu bringen. Mal etwas positives Lesen und etwas schönes anschauen und den Alltag für eine gewisse Zeit hinter sich lassen. Wie man solch Bericht erhält, ist sehr einfach bei mir gestaltet. Unter der Rubrik Verkauf gibt es die Infos. Man schreibt eine E-Mail harald-paul@haraldpaul.com , oder nimmt über Facebook mit mir Kontakt auf.


Tag und Zeit: 10.07.2018 13.41 utc
Ort: 49° 54,213´ N 004° 41,136´ E
Wind: SW / 2 bft  
Wetter: bewölkt / 17,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

In Frankreich eingefahren und gleich die erste Bekanntschaft mit einem gleich Gesinnten gefunden. Durch einige Maßnahmen im Bezug auf den Tiefgang an unserer Gypsy Life, konnten wir jetzt doch in den „Canal de la Meuse“ einfahren. Der Plan über Umwege durch die zahlreichen Kanäle Frankreichs zu fahren um das Mittelmeer zu erreichen, wurde schnell verworfen. Auch dort sind verschiedentliche Hürden durch defekte Schleusen und dem sehr niedrigen Wasserstand bedingt durch die anhaltende Dürre, Programm. Wir sind langsam unterwegs und warten bis es in den höheren Lagen regnet, damit der Wasserstand in dem Kanal wieder etwas steigt. Momentan haben wir noch keine Schwierigkeiten in Bezug auf die Tiefe unseres Schiffes. Sind aber schon einem Segler begegnet der mit einem Tiefgang von 1,80 m um gedreht hat. Bei uns liegt aber vorerst wieder Süd Kurs an.


Tag und Zeit: 27.06.2018 11.57 utc
Ort: 50° 09,785´ N 004° 49,095´ E
Wind: NW / 2-3 bft  
Wetter: sonnig / 27,2 ° C  
Wassertemperatur: 21,0 ° C  

Wir hatte die belgische Grenze vor einigen Tagen nach dem Besuch der Linssen Werft in Holland ohne weiteres passiert und sind frohen Mutes in Richtung Frankreich zu dem „Le Canal de la Meuse“ genau zur Stadt Givet unterwegs gewesen. An der ersten Schleuse angekommen an der man auch die Gebühren für Frankreichs Schleusen bezahlt, wurde uns freundlich mitgeteilt, dass durch ein länger anhaltenden Schaden der ganze Kanal mit 272 km und 59 Schleusen statt 1,80 m Wassertiefe nur noch 1,60 m Tiefe führt. Wir gehen zwar nicht mehr ganz so tief wie 1,80 m, aber 1,60 m oder eher weniger haben wir dann doch nicht. Dazu kommt noch, dass momentan einige Schleusen ganz am Anfang des Kanals defekt sind. Eine Zeitabschätzung für die Reparatur gibt es in Frankreich nicht. Geistesgegenwärtig suchten wir nach Ausweichmöglichkeiten, über andere Kanäle, die in der Nähe und eine Verbindung zu unserer Route aufweisen. Mit einem freundlichen Lächeln wurde uns mitgeteilt, dass auch diese nicht befahrbar sind, da es dort auch defekte Schleusen gibt. Es gibt noch weitere Möglichkeiten durch Frankreich zu fahren, welche aber um Ecken länger und mit wesentlich mehr Schleusen, Tunneln und Hebewerke bestückt sind. Ob wir diese Herausforderung annehmen, können wir zur Zeit noch nicht sagen, da noch nicht alle Informationen über die Befahrbarkeit vorliegen. Auf jeden Fall liegt momentan Nord Kurs an. Wir mussten umdrehen.


Tag und Zeit: 15.06.2018 10.20 utc
Ort: 51° 13,361´ N 005° 59,483´ E
Wind: SW / 1 bft  
Wetter: bewölkt / 25,8 ° C  
Wassertemperatur: 21,5 ° C  

Unser WRB9 ist momentan zum Stall umfunktioniert. Die Kühe sind zwar auf der Weide, doch ihre Neugier treibt sie zu uns. Mit der Zeit werden sie dann frech und wollen dann sogar noch in den Barge eintreten. Nicht das er das nicht aushalten würde, doch wenn sich dann die Kuh erschrickt, kommt es zu unkontrollierten Bewegungen, die dann doch Beschädigungen hervorrufen könnten. Das Zwerghuhn habe ich beim Moped fahren mit der Sportenduro im Gelände fernab jeglichem Gehöft im Gras gefunden. Es war so zahm, dass ich es mit der Hand leicht aufnehmen und im Rucksack zu den Booten transportieren konnte. Das Huhn hat sich augenblicklich im Barge eingewöhnt und fühlt sich wie zu Hause. Zwischenzeitlich bin ich einige Gehöfte abgefahren um zu fragen wer solch ein Huhn vermisst. Fehlanzeige die meisten Bauern haben keine Hühner mehr, sondern nur noch Intensivhaltung von Nutztieren. Alle Türen der Boote stehen offen, aber das Zwerghuhn bleibt bei uns und turnt auf allen Schiffen herum. Walter hat es zu fressen gern, da muss ich momentan aufpassen.


Tag und Zeit: 28.05.2018 16.42 utc
Ort: 51° 48,816´ N 005° 24,613´ E
Wind: E / 1 bft  
Wetter: sonnig / 30,7 ° C  
Wassertemperatur: 23,0 ° C  

Gerade der heutige Tag hat uns gezeigt was es heißt gut warm zu sein. Trotz beschatten der Schiffsscheiben von außen haben wir fast 40° im Inneren erreicht. Selbst für Kanaria Admirali ordentlich warm. Die Lüfter laufen auf Volllast. Unsere Schlafkabine schaffen wir durch die Klimaanlage auf konstante 22° zu halten. Die äußeren Bodenflächen des WRB9 heizen sich so auf, dass sie sich leicht wellen. Auf Walter muss ich aufpassen, dass er sich nicht die Füße auf dem Alu verbrennt. Mit Wasser kühle ich den Boden ab bevor er ihn betritt. Wenn ich mich an meine Jungendzeit in Brasilien erinnere wie heiß es dort war, kann das Thermometer schon noch ordentlich klettern. Heiß statt Eis beginnt.


Tag und Zeit: 21.05.2018 15.19 utc
Ort: 51° 44,511´ N 004° 44,492´ E
Wind: NE / 3-4 bft  
Wetter: sonnig / 30,0 ° C  
Wassertemperatur: 19,0 ° C  

Naturschutzgebiet Biesbosch erreicht. Ein riesiges Gebiet aus Inseln und Schilfflächen welches zwischen den Flüssen die Maas und die Nieuwe Merwede liegt. Durch dieses zum Teil sehr flache Areal mogeln wir uns gerade mit den drei Schiffen durch. Leichter Tidenhub und keine Fahrwasserkennzeichnung erhöhen die kleine Herausforderung mit unserem Tiefgang auch schwer zugängliche Ecken zu erreichen.


Tag und Zeit: 30.04.2018 17.57 utc
Ort: 52° 11,657´ N 006° 09,652´ E
Wind: SW / 5-6 bft  
Wetter: sonnig / 13,2 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Von heiß kann ich in den letzten Tagen nicht reden. Die Temperaturen waren gerade mal einige Tage in der Mitte des Monats über 24° warm. Dann aber kühlte es sich wieder bis um die maximal 15° ab. Die Nächte waren deutlich unter 10°. Würden wir nicht das Grün um uns herum sehen, könnte ich glatt denken das wir wieder im Norden sind. Auf jeden Fall musste ich Holz für unseren Ofen hacken. Ich nutzte eine Windstille um trotz des etwas frischeren Wassers, noch schnell einen kleinen Tauchgang rund um die Schiffe zu machen, damit ich kontrollieren konnte das alles in Ordnung ist. Die Anoden gesäubert und die Schrauben der Antriebe auf Fremdkörper wie Angelschnüre überprüft. Momentan kämpfen wir gegen die Strömung der Ijssel zu Berg, an. Der Außenborder des WRB9 läuft mit und hilft so der Gypsy Life alle Schwimmkörper Stromaufwärts zu bringen. Wir halten Kurs gen Süden.


 

Tag und Zeit: 19.04.2018 11.30 utc
Ort: 53° 05,955´ N 005° 54,202´ E
Wind: SW / 3 bft  
Wetter: sonnig / 28,2 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Auf wiedersehen Drachten in Friesland (Holland). Hier haben wir einige Monate über den Winter verbracht und alles wieder vorbereitet, damit die neue Herausforderung „Heiß statt Eis“ angenommen werden kann. Unser Kurs liegt nach Süd Holland an, um anschließend über den Fluss die Maas, (zu Berg) Belgien zu erreichen. Die Temperaturen sind schon wie man auf dem Bild erkennen kann, für uns recht hoch. Der helle Anstrich auf den Schiffsaufbauten und der Einsatz der Klimaanlage hat sich bewährt. Unser seit zwanzig Jahren eingespielter Lebensablauf aus dem Norden (Arktis) muss jetzt noch diesen Temperaturen angepasst werden. Für die neuen Leser des Logbuches einige Informationen vorab. Die Zeitangabe ist in utc (coordinated universal time) angeben. Dies ist die Basiszeit für die ganze Welt. Von der kann für jeden beliebigen Ort an dem man sich aufhält umgerechnet werden, damit man eine genaue Zeitvorstellung hat. Für Deutschland, Holland, Belgien, usw plus zwei Stunden dazu rechnen. Die Zeilen darunter bestimmen durch die Koordinaten, den exakten Ort an dem sich das Schiff zu der angegeben Zeit aufgehalten hat. Die Buchstaben und die Zahlen in der Zeile Wind fängt mit der Richtung an N für Nord, S für Süd, E für Ost und W für West Winde. Ein SW ist somit ein Süd West Wind. Die Zahl dahinter gibt die Windstärke in beaufort (bft) an. Eine 0 ist Windstille eine 12 ist Orkan. Orkane werden dann in fünf weitere Stufen eingeteilt, von denen wir in der Arktis gerade bei den Überwinterungen genügend Kostproben erhielten. Doch in den Breiten, die wir jetzt befahren wollen kommen solche Orkane normalerweise nicht vor. Als Richtung darf ich erwähnen das 5 bft etwa 30 km/h sind. 10 bft währen somit um 100 km/h und werden in unseren Breiten als starker Sturm bezeichnet. In der Arktis fällt das unter moderate Erfrischung und man fängt ab dieser Stärke überhaupt erst an von Wind zu sprechen. In diesem neu eröffneten Logbuch werde ich in unregelmäßigen Zeitabständen Informationen veröffentlichen, damit Sie als Leser an der Reise nach belieben teilnehmen können. Wir meine Frau Silvia, der Terrier Walter, der grönländische Kanarienvogel Kanari Admirali und meine Wenigkeit wünschen ihnen viel Spaß und gute Unterhaltung.


 

 
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