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Logbücher früherer Expeditionen:
 

 

 
Logbuch "Heiß statt Eis"
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Tag und Zeit: 04.08.2019 12.49 utc
Ort: 47° 12,896 N 005° 23,665´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnig / 28,2 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

Von Uk ins Mittelmeer ist dieses Ehepaar mit ihrem Segelboot unterwegs. Sie haben sich bei einer der zahlreichen Schleusen mit dem Seil einen Railing Fuß aus dem Rumpf gerissen. Bei einem kurzen Aufenthalt an meiner Stb Seite, konnte ich den Schaden von meinem tiefer liegenden FB5 schnell und zuverlässig beheben. Wir wünschen weiterhin gute Fahrt und fair wind.


Tag und Zeit: 26.07.2019 14.21 utc
Ort: 47° 12,898 N 005° 23,665´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 38,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

Vor einigen Tagen ist mir ein etwas größerer Fisch an den Haken gegangen. Ein Waller mit einer Länge von 1,70 Meter und einen geschätzten Gewicht von über 40 Kg. Normalerweise verwerten wir alle Fische dich ich fange, doch dieser ist definitiv für unsere Gefriertruhe zu groß. Mit einem Foto zu Erinnerung habe ich ihn wieder in sein Element zurück gelassen.


Tag und Zeit: 19.07.2019 10.28 utc
Ort: 47° 06,325 N 005° 15,362´ E
Wind: S / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 35,5 ° C  
Wassertemperatur: 22,0 ° C  

Nicht planmäßiger Trockendock Aufenthalt. Das Getriebe meines Bugstrahlruders hat sich durch stark metallische Geräusche bei Verwendung bemerkbar gemacht. Nach intensiver Begutachtung auch Unterwasser, kam der Entscheid nicht mehr reparierbar muss getauscht werden. Bei all den Fahrten in der Arktis hat es wohl nach 16 Jahren Einsatz ausgedient. Ferner hat es letzten Winter in einer der zahlreichen Schleusen einen Schlag durch einen eingesaugten Gegenstand, bei dem es gleich alle Flügel des Propellers abriss, mit bekommen. Durch die Aktivitäten des Kranes und dem Platzmangel in der Hochsaison, konnte das Schiff aber nur für knappe zwei Stunden an Land stehen. Tausch des Getriebes, säubern der Anoden und überstreichen von Antifouling Beschädigungen, durch die Eisfahrten in vergangenen Winter, mussten in dieser zeit erledigt werden. Für einen Imbiss war auch noch Zeit


Tag und Zeit: 05.07.2019 17.00 utc
Ort: 46° 53,552 N 005° 03,742´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnig / 37,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

Anhand den Koordinaten kann man sehen, das wir wieder Richtung Norden unterwegs sind. Momentan liegen wir an einem uns bekannten Platz außerhalb der Reichweite von Berufsschiffen. Tiefes Wasser und viele Bäume und Büsche säumen diesen Nebenfluss der Saone. Die Wärme hat uns zu solch Schatten Parker getrieben. Der vorherige Hafen, war wie ein Kessel, in dem die Temperaturen auch Nachts nicht unter 30° fielen. Zur Zeit experimentiere ich immer noch mit einer Resultat bringenden Beschattung für das Schiff herum, für den Fall das es keine Bäume und Büsche entlang der Wasserkante, gibt.


Tag und Zeit: 30.06.2019 15.47 utc
Ort: 46° 16,731 N 004° 43,312´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnig / 34,8 ° C  
Wassertemperatur: 28,5 ° C  

Fahrt bis auf weiteres gestoppt: Durch die zunehmende Wärme in der letzten Woche, die auch noch so anhalten soll, haben wir unsere Fahrt eingestellt. Es ist nicht leicht, hier in der von der Berufsschifffahrt stark genutzten Saone einen Platz zum Stillliegen zu finden. Der Fluss wäre als solches breit genug und somit auch der Platz gegeben, sich außerhalb der Fahrrinne auf zu halten. Aber leider ist die Rücksichtnahme, obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist, die Geschwindigkeit bei Stilllieger, durch den verursachten Sog und Wellenschlag zu verlangsamen weniger wie Null! Gerade die Passagierschifffahrt die auch nachts unterwegs ist, hält sich nicht an das Gesetz. Die erzeugte Welle ist nicht das Problem, sondern der unheimliche Sog bei den 110 m langen Schiffen. Sie ziehen einem so weit das Wasser weg, das es meine beiden weit ausgelegten Anker ausreißt, das Schiff Grundberührung bekommt und sich seitlich umlegt. Zu groß ist die Gefahr für Mannschaft und Material. Momentan liegen wir in den Büschen am Ufer eines Berufsschifffahrtshafen, hier ist es sehr tief und die Fahrt wird verlangsamt, weil An und Ablegemanöver gefahren werden müssen. Zum Meer sind es ungefähr noch 300 sm. Dort sind aber die momentanen Temperaturen um 40° bis 45° warm.


Tag und Zeit: 23.06.2019 15.42 utc
Ort: 46° 43,334 N 004° 54,614´ E
Wind: S / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 37,7 ° C  
Wassertemperatur: 21,0 ° C  

Ich bin momentan froh über die hohen Außentemperaturen, auch wenn sie wie angesagt, nächste Woche auf knapp 40° ansteigen sollen. Die hohen Temperaturen sind als solche von uns schon tragbar, wenn Wind vorhanden ist. Bei Windstille schnellen die Temperaturen gleich mal weit über 40° im Innenschiff an. Eine Wärme die für die gesamte Crew, dem Kanari Admirali, Walter und uns, zu hoch ist. Wir arbeiten an dem System, Photovoltaik Anlage und den Einsatz von Lüftern im Schiff. Diese Lüfter, die auf verschieden Positionen im Schiff verteilt sind, bringen den gewünschten Wind, brauchen aber Energie. Diese versuche ich mit unserer seit geraumer Zeit erworbenen Anlage zu erzeugen, damit sich der Kreislauf ohne fossile Energie schließt. Sieht momentan ganz gut aus, wenn die Photovoltaik Anlage nicht noch mehr Leistung durch die Wärme verliert. Denn im Mittelmeer, kommt noch die Erzeugung von Trinkwasser dazu. So müssen wir autark leben können, damit uns die gesalzenen Hafengebühren nicht umbringen.


Tag und Zeit: 14.06.2019 10.19 utc
Ort: 46° 53,516 N 005° 03,745´ E
Wind: SW / 4-5 bft  
Wetter: regnerisch / 16,8 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Service erweitert: Das ich Boote und auch andere Geräte von meinem im Jahr 2018 neu gebauten Werkstatt Rampen Boot (WRB9) erledige ist bekannt und hat sich auch schon recht gut in der Praxis bewährt. Dazu kommt noch, dass ich Reparaturen die weiter von unserer Flotte entfernt sind durch meine Reise Enduro erreichen und erledigen kann. Da ich mich momentan in Europa aufhalte, hat sich der Telefonische Service gut eingearbeitet. Diese Möglichkeit wird gerne bei kleinen Problemen genutzt, zu denen es sich nicht lohnt hinzufahren. Man ruft mich an 0151/ 15 84 33 37 schildert das Problem, oder sendet via whatsapp ein Bild, damit ich es besser beurteilen kann. Über das Telefon wird nun versucht die Herausforderung, im Zusammenspiel mit dem Eigner, anzunehmen. So wird dem Schiffsführer kostengünstig und schnell geholfen. Ferner begleite ich auch mit Rat und Tat Schiffe, die sich auf langen Reisen befinden. Sie schöpfen aus meinen See- und Mechaniker Erfahrungen von über 20 Jahren in denen ich fast 20.000 Betriebsstunden zusammen mit meiner Frau gefahren bin. Aktuell wird ein Boot von Deutschland abfahrend über das Mittelmeer hinweg bis nach Kroatien begleitet. Wettertechnische Fragen, sowie viele neue Herausforderungen die sich täglich ergeben, können so schnell besprochen und abgehandelt werden. Für Reisende, denen die Erfahrung fehlt ein willkommene Möglichkeit, die mehr Sicherheit bringt.


Tag und Zeit: 05.06.2019 09.28 utc
Ort: 47° 06,052 N 005° 15,936´ E
Wind: SW / 4-5 bft  
Wetter: sonnigt / 31,5 ° C  
Wassertemperatur: 17,0 ° C  

Alter Knacker aber kein rostiger: Ich versuche mich mit den klimatischen Gegebenheiten des Südens mehr an zu freunden, in dem ich schrittweise mein Training auch unter direkter Sonneneinstrahlung und der dazu gehörigen Wärmeentwicklung verrichte. Die Liegestützen sollen für den Körper ein zu Boden fallen mit dem Motorrad simulieren, damit so der Be- und Entlastungspuls, der ohnehin bei diesem Gelände angeregt ist, besser trainiert wird.


Tag und Zeit: 23.05.2019 14.21 utc
Ort: 47° 12,933 N 005° 23,525´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: sonnigt / 24,5 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Die Pauls sollten eigentlich schon lange im Mittelmeer sein, denn die Entfernung von etwa 300 sm ist für die beiden keine wirkliche Entfernung mehr. Ich muss ihnen Recht geben, wenn da nicht immer ein „aber“ wäre. Unsere Tanks sind über den Winter leer geworden. Ohne Diesel keine Weiterfahrt. So bin ich froh um jede Reparatur die ich vom WRB9 aus in Auftrag bekomme. In diesem Fall war es ein Schweizer Ehepaar, welches zwei Tage meine Dienste in Anspruch nahm. Übermäßiger Ölverlust der Maschine, verminderter Wasserzufluss zur Hauptmaschine, durch zu viele zwischen geschaltete Filter und die Verwendung falscher Schläuche, Batteriebank Befestigung und noch viele Kleinarbeiten, ließen die Tage kriechend im Motorraum schnell vorbei ziehen. Es hat sich noch ein weiteres Schiff angemeldet, welches einen Kundendienst an Hauptmaschine und Generator benötigt. „Aber“ dann packt mich der Drang zur Weiterfahrt.


Tag und Zeit: 05.05.2019 11.15 utc
Ort: 47° 17,036 N 005° 24,613´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnigt / 7,8 ° C  
Wassertemperatur: 11,5 ° C  

Rhein Adventure: Mit rund einer 800 Ps starken Motorisierung, 12 Meter Länge und etwa 4 Meter Breite fuhren wir den Rhein zu Berg. Ein Bekannter der das Schiff dort erwarb, wollte mit uns eine Spritztour machen. Wir folgten seiner Einladung, in dem wir mit unserem Doppelhammer das benannte Ziel erreichten und kurze Hand die Reise Enduro auf der Badeplattform verluden. Ziel war es das neue Schiff von mir zu durchschauen zu lassen, um eine genaue Vorstellung von der Technik zu bekommen. So fuhr der Eigner im flotten Tempo zu Berg und ich kroch durch den Maschinenraum und inspizierte die gesamte Technik. Ich atmete gerade wieder frische Außenluft, da bumste es ordentlich an den Schrauben. Das Schiff wurde mit flotter Geschwind über das Ende einer Buhne gesteuert. Eine Maschine fiel durch die Zerstörung der Gummi Kupplungsscheibe total aus. Die Andere konnte nur noch mit Standgasdrehzahl weiter betrieben werden, weil hier auch die Schraube schwer beschädigt war. Ich brachte umgehend das Schiff aus der Gefahrenzone und steuerte in der kräftigen Rheinströmung das Schiff zum nächst gelegenen Hafen. Eine erste Schadenanalyse ergab, kein Wassereintritt, welches die Situation merklich entschärfte. Am darauf folgendem Tag brachte ich das Schiff etwa 20 km zu Tal in einen anderen Hafen, der mit einer Hebeanlage ausgestattet war. Die dort Ansässigen berichteten uns, das wir die vierten sind, die in diesem Bereich aufgelaufen sind. Für den Eigner nur ein schwacher Trost.


Tag und Zeit: 20.04.2019 07.07 utc
Ort: 47° 13,910 N 005° 23,871´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnigt / 7,8 ° C  
Wassertemperatur: 11,5 ° C  

Wie man an den Koordinaten sehen kann, hat sich der Standort der Gypsy Life nicht verändert. Wir fühlen uns in dem Meer von Brennnesseln heimisch und erleben gerade den Nest- und Höhlenbau der Vögel um uns herum. Viele Tiere akzeptieren uns als Mitbewohner und verlieren zunehmend ihre Scheu, in dem sie nachts bis auf wenige Meter an unserer Flotte vorbei laufen. Der längere Aufenthalt beschert uns auch einen zunehmenden Bekanntheitsgrad, der unter anderem meinem Reparaturservice zu gute kommt. Einem Australier sind die Scharniere an seinem Heckfenster fest gerostet, so dass es sich nicht mehr öffnen lies. Kurze Hand wurden sie von mir mit dem Winkelschleifer abgetrennt und durch neue, die ich angeschraubt habe ersetzt. Freudig darüber, das er in der zu erwartenden Wärme dies öffnen kann, schenkte er mir einen original australischen Strohhut.


Tag und Zeit: 01.04.2019 12.42 utc
Ort: 47° 13,909´ N 005° 23,868´ E
Wind: SE / 2-3 bft  
Wetter: sonnigt / 23,3 ° C  
Wassertemperatur: 11,0 ° C  

Unser Standort ist in der Höhe von Auxonne. Hier liegen wir in einem Seitenarm der Saone. Das Ufer ist von Büschen und alten Bäumen gesäumt. Der Boden ist ein Meer aus Brennnesseln die zusammen mit anderen kleinen Blumen blühen und von zahllosen Insekten wie Hummel, Bienen, Sonnenfliegen, Wespen und Hornissen usw. heimgesucht werden. Es brummt um uns herum so dass wir akustisch von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wir liegen hier wie in einem Naturpark. Jeden Abend kann ich 5 Rehe in unmittelbarer Nähe zu uns sichten. Zwei Dachse und mehrere Füchse durch stöbern die Wiese nach Mäusen. Außerdem habe ich nachts durch meine Wärmebildkamera 2 Wölfe erkennen können. Momentan erledige ich die anfallenden Arbeiten in unseren Schiffen. Ich will möglichst vor der Hitzewelle alles erledigt haben. Gerade Farbarbeiten sind jetzt wichtig, da sie sonst in der großen Wärme zu schnell trocknen und auch dementsprechend ausgasen. Der neue Bericht Nr. 25 „Lidl, Wasser, Strom“ ist fertig und beschreibt wie es einem so in Frankreich über den Winter ergehen kann. Ferner widme ich viele Bilder mit dem Text dazu der überaus starken Forstwirtschaft Frankreichs und frage bei einer studierten Forstwirtin, die ich vor Ort getroffen habe, wie es um unsere Wälder nach dem vor Jahren prognostizierten Waldsterben, aussieht. Ich wünsche ihnen allen einen guten Start in die neue Saison, sollen ihre Vorhaben in Erfüllung gehen.


Tag und Zeit: 17.03.2019 17.28 utc
Ort: 47° 12,933´ N 005° 23,525´ E
Wind: windstill  
Wetter: teils bewölkt / 7,5 ° C  
Wassertemperatur: 7,0 ° C  

Die Saone hat uns immer noch fest im Griff. Durch die anhaltenden Regenfälle ist der Wasserspiegel ordentlich angestiegen. Einiges an Treibgut, wie Holzstämme, ganze Bäume und sonstiges wird Richtung Mittelmeer gespült. Wäre auch für uns ein sparsames Vorwärtskommen gewesen. Im Frühjahr hatte ich mir beim Kauf der neuen Vignette in Nancy gleich schriftlich alle Sperrungen der Kanäle aushändigen lassen. Ich wollte nicht wie letztes Jahr zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Doch nun hängen wir wieder. Man hat außerplanmäßig einige Schleusen für die Weiterfahrt gesperrt. Warum und wie lange, ist mir mit einem Schulterzucken des VNF Mitarbeiters beantwortet worden. So ist eben Frankreich, sehr gelassen.


Tag und Zeit: 05.03.2019 17.21 utc
Ort: 47° 12,933´ N 005° 23,525´ E
Wind: SW / 4-5 bft  
Wetter: bewölkt / 12,5 ° C  
Wassertemperatur: 5,0 ° C  

Wildschwein Attacke erfolgreich abgewehrt: Wir liegen mit unseren Schiffen gar nicht so weit von der Stadt Auxonne entfernt. Ich bin mit Walter unserem Borderterrier die abendliche Runde gegangen. Der Hund mir etwas voraus, biegt rechts hinter einen kleinen Waldstreifen unter einem Stacheldrahtzaun hindurch, in eine Wiese ein. Als ich die gleiche Ecke erreiche, sehe ich wie der Hund an den Büschen etwa 50 m von mir entfernt lang läuft. Plötzlich hält er innen und ich sehe, wie er zur Hälfte mit seinem Körper in den Büschen verschwindet. Plötzlich schreit der Hund erbärmlich und hört gar nicht mehr auf. Ich habe noch nie einen Hund so schreien hören. Geistesgegenwärtig klettere ich über den fünfzeiligen Stacheldrahtzaun und renne zu dem vermeintlichen Ort. Ich führe grundsätzlich bei jedem Landgang einen 84 cm langen Stock mit mir. Er hat genau die Länge wie die Breite der Lenker, die Stärke der Griffe meiner beiden Enduros und dient mir zum Unterarmtraining. Mit diesem Stock bin ich in das mit Dornen übersäte Gestrüpp zu meinem Hund gebrochen und habe kräftige Stockschläge auf ein vor mir mit Schlamm überzogenes braun schwarzes Borstenfell eingeprügelt. Ich konnte bei diesem Akt nicht die Größe des Tieres erkennen. Der Geruch und das Grunzen nach dem der Hund aufgehört hat zu schreien verriet mir, dass es ein Wildschwein war. Ich habe nicht auf Anhieb meinen Hund gesehen und hörte auch nichts, nur das knacken der Äste durch die das Wildschwein flüchtete. Kurz darauf sah ich Walter ohne sein Rot Weiß gezeichnetes Jagdhalsband, in einiger Entfernung im Gebüsch kauern. Ich rief ihn zu mir, weil es durch das erbarmungslose Dornengestrüpp mir unmöglich war zu ihm zu gelangen. Erste Untersuchungen vor Ort ergaben keine Verletzungen am Hund. Nur eine weiße Bahn entlang des Halses, an dem das Fell fehlt, war zu sehen. Seine Halsung fand ich einige Meter zerrissen von uns entfernt. Der Hund hat den Angriff des Wildschweines, wie durch ein Wunder ohne größere Verletzungen überstanden. Ich vermute, dass das Halsband eine Schutzfunktion übernahm. Lediglich bei mir muss ich in den nächsten Tagen mit der Lupe aus Beinen, Kniescheiben, Unterarmen und Händen die zahlreichen Stacheln, von Rosen, Brombeeren, Weißdorn usw. entfernen.


Tag und Zeit: 20.02.2019 12.00 utc
Ort: 47° 17,036´ N 005° 24,613´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 15,5 ° C  
Wassertemperatur: 4,0 ° C  

Achtung Lebensgefahr:
Lebensgefährlich ist der Einsatz von „Silentwind“ Windgeneratoren:
Auf meinen mehr jährigen Expeditionen, war ich auf alternative Energie angewiesen. „Silentwind“ versicherte mir, das sie dafür die richtigen Partner wären...........da ihr Windgenerator selbst schwersten Winden stand hält.
Im Herbst 2013 verhinderten wir gerade noch einen Brand im Schiff. Ursache war der Laderegler von „Silentwind“. Er konnte die vorhandenen Winde nicht ausreichend abbremsen. So lud der „Silentwind“ Windgenerator permanent mit voller Ladung die Batterien. Kabel und Batterien wurden so heiß dass sie nicht mehr anzufassen waren. Rauch und übelste Gestank begleiteten diese gefährliche Situation. Ferner löste sich durch Windböen, die Flügelabdeckkappe und beschädigte die Flügel. In der Not konnten nur die Kabel vom Generator abgehackt werden.
2016 Nach Versicherung der Firma „Silentwind“, dass der neue Laderegler und auch der überarbeitete „Silentwind“ Windgenerator wirklich allem Stand hält, kauften wir einen neuen.
Lebensgefährliche Situation: Der Laderegler hat den vorherrschenden Winden stand gehalten, aber nicht der „Silentwind“ Windgenerator. Er lief trotz eingeschalteter Bremse auf vollen Touren. Der „Silentwind“ Windgenerator lief mit solch extrem hoher Geschwindigkeit, dass sich wieder die Flügelabdeckkappe löste und die Flügel beschädigte. In dieser Situation, war es uns nicht möglich einzugreifen. Wir blieben die ganze Nacht wach um auf einen eventuellen Brand oder Schaden sofort reagieren zu können. Der Geräuschpegel der durch den ungebremsten Windgenerator entstand war mit einer Landung eines Helikopters auf unseren Schiffsaufbauten die ganze Nacht über, zu vergleichen. Eine spätere Analyse des „Silentwind“ Generators ergab: Die Magneten im Generator haben sich auf unerklärliche Weise vom Anker gelöst und den Generator innen vollkommen verbrannt und zerstört. Hätte der Wind noch angehalten, wäre das Gehäuse durch die darin umher wirbelnden Teile ( vergleichbar mit Steinen im Getriebe) geplatzt. Teile hätten durch die Wucht, wie Geschosse verheerenden Schaden an der Crew, unbeteiligten Personen und erheblichen Sachschaden verursachen können. Fazit: Wir werden nie mehr solch „Silentwind“ Windgenerator montieren, weil beide „Silentwind“ Windgeneratoren Lebensgefährlich für die Crew und unbeteiligte Personen durch umher fliegende Teile waren. Diese Verantwortung können wir nicht übernehmen, zu hoch ist die Gefahr für Leib und Leben. Wer mehr Info haben möchte kann mich jederzeit unter harald-paul@haraldpaul.com kontaktieren.


Tag und Zeit: 14.02.2019 12.00 utc
Ort: 47° 17,036´ N 005° 24,613´ E
Wind: NE / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 15,5 ° C  
Wassertemperatur: 4,0 ° C  

Der Paul war heute seit langem mal wieder mit der Sportenduro auf Bilder Jagd. Das Wetter lud mit seinem strahlendem Sonnenschein regelrecht dazu ein. Die Berichte Leser kennen meine Bilder, die viel von der Natur zeigen und das festhalten worüber ich in meinem Texten informiere. Recherchen vor Ort spiegeln am besten die Realität wider. So bin ich heute für Sie weit unterwegs gewesen, um möglichst viel Material sammeln zu können. Ich traf heute auch einen Jäger der mich eine Zeit lang beobachtete. Als ich ihn sah stoppte ich. Im viel auf, dass ich immer nur an den Rändern der Felder, oder Buschreihen fuhr und nicht Mitten über die Nutzflächen. Es sei nicht die Regel, dass Motorräder so einfach über die Felder preschen dürfen, schon gar nicht während der Jagdzeit. Aber das tat ich nicht so seine Feststellung. Mit meinen paar Brocken Französisch, machte ich im klar, das ich selbst als Land- und Forstwirt mit einem grünen Daumen bestückt bin und so wenig wie möglich Schaden verursachen möchte. Ferner über die französischen Naturgegebenheiten berichte, das Moped für die weiten Entfernungen unerlässlich sei. So etwas habe er noch nie gehört oder gesehen. Der Jäger war angetan von meinen Naturbildern, die ich ihm auf dem Display meiner Kamera zeigen konnte. Auch weckte sein Interesse, das in den französischen national Farben gehaltene Motorrad. 2 Takt mit elektronischer Benzineinspritzung und lastabhängige, Computer gesteuerten Gemischaufbereitung warf ihn quasi aus den Socken.


Tag und Zeit: 28.01.2019 10.19 utc
Ort: 47° 54,428´ N 005° 59,945´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: regnerisch / 4,8 ° C  
Wassertemperatur: 3,0 ° C  

Seit einigen Tagen schwimmt unsere Flotte im Fluss Saone. Regen, Schnee und Eis haben uns nicht aufgehalten die Fahrt gen Süden weiter zu führen. Wir sind aber gegenüber anderen viel langsamer unterwegs. „We live of the land“ eine Lebensform, die wir seit fast 20 Jahren praktizieren. Dazu gehört auch hier in der Zivilisation, die Versorgung mit Trinkwasser. In den meisten Häfen steht kein Wasser über den Winter zur Verfügung. Man kann zwar dort liegen bekommt auch Strom zahlt den vollen Preis, aber meist kein Wasser. Da wir ohnehin ohne Hafenversorgung unterwegs sind, trifft uns das nicht so wie manch anderen. Ich suche mit meiner Sportenduro die Kanäle oder Flüsse entlang nach Bächen ab. Hier einen Zulauf in guter Wasserqualität zu finden ist sehr schwierig. Sollten mir nicht die Indikatoren ausreichend Aufschluss geben, muss ich möglichst bis zum Ursprung das Gewässer verfolgen, was nicht immer durch die hügelige Landschaft mit all ihren Zäunen und anderen Barrieren, einfach ist. Außerdem brauchen wir ständig Holz und das so trocken wie möglich. Eine der schwierigsten Aufgaben bei solch Dauernass wie wir es haben. Hier suchen wir umgefallene trockene Bäume ohne Rinde. Am besten eignen sich Bäume die unser Freund Biber vor Jahren gefällt hat. Diese sind meist schon entastet und entrindet ( Futter für den Holzfäller) und finden so leichter den Weg in unseren Ofen.


Tag und Zeit: 18.01.2098 12.51 utc
Ort: 48° 01,395´ N 006° 14,881´ E
Wind: windstill  
Wetter: teils bewölkt / 5,8 ° C  
Wassertemperatur: 3,0 ° C  

Im Winter 2009/2010 bei unserer ersten Überwinterung in Kanada musste ich bei 2° Wassertemperatur mehrere Stunden Unterwasser einige Arbeiten am Schiff erledigen. Der gesamte Organismus war so unterkühlt, dass ich damals einen vollen Tag brauchte mich wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Heute musste ich wieder runter, weil sich irgend ein Gegenstand im Bugstrahlruder verklemmt hat, welches mir alle Flügel vom Propeller wegriss. Normalerweise ist der Austausch in wenigen Minuten auch Unterwasser erledigt. Doch hier im Kanal war das Wasser so trübe, dass ich nichts sehen konnte. Selbst wenn ich ganz nah mit meiner Brille an der Bugschraube war, konnte ich nicht die zu lösenden Schrauben erkennen. Es musste alles mit den dicken Handschuhen ertastet werden, welches sich als überaus schwierig darstellte. Schlussendlich nach einer guten Stunde Arbeit konnte ich dann doch den neuen Propeller sicher montiert wissen. Der anschließende Test bestätigte mir das zusätzlich. Da die Außentemperatur nicht wie in Kanada im zweistelligen Minusbereich war, brauchte ich nach absolvierten Tauchgang keine Aufwärmphase.


Tag und Zeit: 09.01.2098 10.07 utc
Ort: 48° 09,963´ N 006° 18,208´ E
Wind: N / 2-3 bft  
Wetter: bewölkt / 4,8 ° C  
Wassertemperatur: 4,5 ° C  

Besuch aus Österreich. Durch eine E-Mail kündigte sich ein bekanntes Ehepaar aus Österreich an. Sie wären gerade wie wir in Richtung Süden unterwegs und würden mit ihrem Wohnmobil mal kurz vorbeischauen. Es dauerte nicht lange da rollte auch schon der Camper über die Wiese an dem Kai in Girancourt. Ein netter Nachmittag und der dazu gehörige Abend war das Resultat. Es wurden uns viele Tipps im Bezug auf das Mittelmeer übermittelt, da beide viele Jahre dort unterwegs waren. Speziell waren die gesalzenen Hafengebühren dort unten ein Thema. Wie wir das mit unserer Flotte handhaben wollen? Es hängt alles davon ab, wie Seetüchtig das Gespann ist und in wie weit wir damit auf offener See zurecht kommen. Wir dürfen gespannt sein.


Tag und Zeit: 03.01.2098 19.42 utc
Ort: 48° 11,605´ N 006° 25,104´ E
Wind: windstill  
Wetter: dunkel / 3,3 ° C  
Wassertemperatur: 4,0 ° C  

Genug Wasser: Der Regen in den letzten Wochen hat doch wider erwartend den Wasserspiegel im gesamten canal des vosges angehoben, sodass er jetzt komplett befahrbar ist. Die Koordinaten zeigen an, dass wir am Ende von Epinal vor den letzten Schleusen der Stadt liegen. Trotz Nebel, frischen Temperaturen, leichtem Eis auf der Wasseroberfläche ist es uns gelungen 21 Schleusen am Tag zu durchfahren. Schneefälle und sinkende Temperaturen in der nächsten Zeit werden uns hoffentlich nicht in unserer Weiterfahrt gen Süden ausbremsen. Ferner wird schon wieder von Kanalsperrungen wegen Reparaturarbeiten gesprochen. Mal sehen wie es weiter geht.


Tag und Zeit: 21.12.2018 18.21 utc
Ort: 48° 40,653´ N 005° 53,077´ E
Wind: SW / 3-4 bft  
Wetter: Regen / 12,5 ° C  
Wassertemperatur: 5,0 ° C  

Wie jedes Jahr will ich auch diesmal zum Jahresende ein paar Zeilen an meine treuen und an die neuen Leser dieses Logbuches „Heiß statt Eis“ senden. Mit den in diesem Jahr gefahrenen 650 Seemeilen können wir keine Medaille gewinnen. Sind solch kurze Entfernung vor zwei bis drei Jahren bei der Expedition „Donau – Alaska“ in vier Etmalen (Etmal = 24 Std nonstop Fahrt) runter gerissen worden und am Jahresende zeigte die Log über 10.000 gefahrene Seemeilen an. Ich gebe es ja zu, dass wir wenigstens in diesem Jahr soft Abenteurer geworden sind. Muss aber ehrlich sagen, tat uns ganz gut mal länger liegen zu können, ohne auf die Tide, Orkane, Eis und den Meister Petz schauen zu müssen. Gerade im Bezug auf den neuen Leichter WRB9, den ich weiter zur kompletten Werkstatt ausgebaut habe, tat die Zeit und vor allem das Wetter sehr gut. Durch die längeren Liegezeiten und der kürzeren Entfernung zu Deutschland, sind die familiären Kontakte wieder gefestigt worden, so dass wir auf das Adventure Bike dem Doppelhammer über 20.000 km in diesem Jahr gefahren sind. Dazu kam noch das schöne, keinen einzigen Kilometer davon nass geworden. Dem aufmerksamen Leser diese Eintrages ist es sicher nicht entgangen, dass sich die Koordinaten geändert haben. Ganz richtig wir können weiter gen Süden fahren. Der Regen der letzten Wochen zeigt Wirkung. Momentan repariere ich noch von meinem Werkstattboot dem WRB9 aus ein Schiff welches auch auf dem Weg gen Süden ist. So dürfen wir uns bei allen Lesern, unsere Seite und den Berichten, den Abonnenten der Berichte und den vielen Schiffseignern die unseren einmaligen und neu ins Leben gerufenen Reparaturservice vom Wasser aus in Anspruch genommen haben, bedanken. Ihnen allen wünschen wir ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Tag und Zeit: 10.12.2018 08.11 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: SW / 3-4 bft  
Wetter: Regen / 8,5 ° C  
Wassertemperatur: 8,0 ° C  

Weihnachten steht vor der Tür und einige von Ihnen suchen noch nach einem besonderem Geschenk? Vielleicht würde sich etwas aus meinem Sortiment DVD´s, Bücher oder meiner Berichte eignen. Diese Artikel zeigen im chronologischem Verbund, unser abenteuerliches Leben in absoluter Freiheit. Frei von jeglichen Druck, nur im Einklang mit der Natur, um das tägliche Brot kämpfen. So war die Idee vor gut 20 Jahren beim Wechsel unserer Lebensweise. Spitzbergen, Skandinavien, Island, Grönland, Kanada und jetzt auf dem Weg ins Mittelmeer sind unsere Aufenthaltsorte, die wir mit eigenem Schiff ansteuerten. Lassen Sie sich einfach mal mitreißen und tauchen in ein vollkommen neues Leben ein. Ich garantiere, dass alles selber ohne helfendem oder beschützendem Team von uns durchlebt, gefilmt, aufgeschrieben und fotografiert wurde. So etwas muss man mal gesehen und miterlebt haben. Der Erhalt der Artikel und Berichte ist auf dieser Webseite unter der Rubrik Verkauf gelistet. DVD´s und Bücher können über Internet bei dem verlinkten Fachhandel schnell und unkompliziert bestellt werden. Die „Pauls Berichte“ sind bei mir persönlich via
E-Mail harald-paul@haraldpaul.com als PDF erhältlich und ergeben einzeln oder alle zusammen ein Werk in Text und Fotos welches die Wirklichkeit im Bezug Natur und ein Leben in ihr, veranschaulicht. Viel Spaß beim aussuchen.


Tag und Zeit: 06.12.2018 10.19 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: windstill  
Wetter: bewölkt / 13,8 ° C  
Wassertemperatur: 8,0 ° C  

Lebensgrundlage zerstört: Als ich heute morgen in das Wasser rund meiner Schiffe schaute traute ich meinen Augen nicht. Das Wasser war von Glasklar, so dass ich immer den Boden sehen konnte, in eine dunkelbraune, fast schwarze Färbung gewechselt. Mit meinem FB5 bin ich sofort los, um den Ursprung zu lokalisieren. Leider ohne Erfolg, obwohl die braune Brühe nur bei uns in der Nähe zu sehen war. Etwa 300 m weiter nördlich oder südlich war das Wasser noch klar, färbte sich aber zunehmend. Die Geschmacksprobe war bitterlich. Ich erwärmte das Wasser mit einem Tauchsieder im Eimer und konnte auch hier einen strengen Geruch feststellen. Mein Verdacht ist, Wasser welches irgendwo lange stand und mit reichlich Eichenblättern durchsetzt war. Dieses gelang auf nicht nachvollziehbare Weise in den Kanal. Ich nehme jetzt nicht an das es giftig ist, weil ich auch noch keine toten Fische gefunden habe, aber für den normalen Gebrauch ( Wasch- und Körperpflegewasser) und für den Verzehr mit Sicherheit nicht mehr geeignet. Dadurch bricht ein sehr wichtiger Versorgungszweig mit einem Schlag weg. Durch mein schnelles Handeln ist mir es noch gelungen, in ausreichender Entfernung meine vier Wasserfässer mit dem normalen Kanalwasser zu befüllen und zu den Schiffen zu transportieren. So sind wir etwa zwei Wochen nicht vom Kanalwasser abhängig. Zeit genug auf die neue Situation zu reagieren.


Tag und Zeit: 04.12.2018 17.51 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,233´ E
Wind: windstill  
Wetter: dunkel / 5,8 ° C  
Wassertemperatur: 8,0 ° C  

Gefräßige Nachbarschaft: Hört man in den deutschen Medien ein Klagen über die zunehmende Wolfspopulation und die dadurch entstehende Ratlosigkeit. So stehen wir vor der Herausforderung mit unzählbar vielen Mäusen in unmittelbarer Nachbarschaft fertig zu werden. Größtes Problem ist mein auf der anderen Kanalseite geparktes Motorrad. Hier sind die kleinen Nager bis unter die Sitzbank vorgedrungen und haben meine Werkzeugtaschen und die dazugehörigen Putzlappen zerfressen. Ferner haben sie sich zwischen den Zylinder des V-Motors ein Nest gebaut und häuslich eingerichtet. Ist alles noch im erträglichen Rahmen, solange sie sich nicht in den Kabeln der Elektrik oder gar in der Elektronik „verbeißen“. Sicherheitshalber musste ich das Motorrad in mein Werkstattboot WRB9 einladen und dort vollständig zur Überprüfung zerlegen. Mehrere Tage Aufwand war nötig um alles gewissenhaft zu kontrollieren.Bis jetzt kein Schaden. Ich muss für die Zukunft ein Arrangement zwischen den Nagern und mir suchen.


Tag und Zeit: 26.11.2018 19.07 utc
Ort: 48° 42,210´ N 005° 43,230´ E
Wind: windstill  
Wetter: dunkel / 7,8 ° C  
Wassertemperatur: 8,5 ° C  

Heute wurde noch mal mit der Kanalverwaltung über das weiter Fortkommen unsererseits, gesprochen. Im Kanal le canal des Vosges sind ab dieser Woche wieder vier Schleusen befahrbar. Diese auch nur deswegen, weil ein Privatunternehmer aus der Mosel Sand abbaut und diesen durch die ersten vier Schleusen des Kanalsystems transportieren muss. Allerdings wären die vier Kammern auch nicht der Bringer bei 93 zu fahrenden Schleusen. So sind wir gezwungen uns etwas besser für den bevorstehenden Winter einzurichten. Erste Priorität ist die Brennholzgewinnung und deren Transport zur Basis. Ich arbeite umgestürzte kleine Bäume auf, da diese am besten im laufe der Zeit getrocknet sind. Mit dem Einachsschlepper wird der Transport übernommen. Wir können auch nach Absprache trockenes Brennholz erwerben und liefern lassen. So ist diese Versorgung bis auf weiteres gesichert. Trinkwasser wurde an dem etwa 2 km entfernten Steg wegen Frostgefahr abgesperrt. Hier sind wir später vom Kanalwasser abhängig, welches gut gefiltert werden muss. Durch das Motorrad ist die Versorgung für alle anderen Materialien auch klar. So können wir guten Gewissens in den Winter gehen. Trotz nahegelegener Zivilisation, gibt es reichlich Wild um uns herum, Fuchs, Dachs, Reh- und Schwarzwild und sogar ein Wolf haben wir schon gesichtet. Kleines Kanada!!


Tag und Zeit: 17.11.2018 11.42 utc
Ort: 48° 42,210´ N 005° 43,230´ E
Wind: NW / 2-3 bft  
Wetter: sonnig / 4,7 ° C  
Wassertemperatur: 08,0 ° C  

Der Bericht 24 „Zentimetergenau“ ist fertig. Er beschreibt wie wir es in die französische Meuse, trotz Tiefgangbegrenzung bis 1,60 m mit unseren Schiffen geschafft haben. Die Schichtführer der ersten französischen Schleuse hatten die Gypsy Life mit ihren 1,80 m Tiefgang nicht einfahren lassen. Wir mussten umdrehen. Ferner beschreibt er, wie wir Land und Leute näher gekommen sind, obwohl wir kein Wort französisch sprechen. Wir wir auf den Kanälen mit unserem Gespann zurecht gekommen sind und weitere kleine Abenteuer. Wie üblich viel Bildmaterial damit man eine bessere Vorstellung bekommt. Bestellt kann wie bekannt bei mir persönlich via E-Mail. Auch wenn diese Bestellart etwas altmodischen ist, ermöglicht sie aber die Beantwortung vieler Fragen der Leser. Man hat so einen engeren Kontakt zu einander.Viele schöne persönliche Treffen sind dadurch auch zustande gekommen.
Viel Spaß beim lesen.


Tag und Zeit: 10.11.2018 08.11 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: Regen / 12,0 ° C  
Wassertemperatur: 08,0 ° C  

Erinnerung an alte Zeit: Durch die Restauration und Reparatur dieses Agria Einachsschleppers (Bj 1977) auf dem WRB9, habe ich mich wieder an Zeiten meiner Landschaftspflege und Waldrekultivierung erinnert. Solch Arbeitsgerät war bei mir täglich meist über 10 Stunden pro Tag im Einsatz. Da es ein Einachsschlepper und kein vierrädriges Fahrzeug war, musste bei welchen Arbeitsgang auch immer neben her gelaufen werden. Pro Tag haben sich so etliche Kilometer addiert. Man blieb in Bewegung. Dass sich der momentane Regen in einem Kanalsystem ohne weiteren Zulauf im Wasserstand kaum bemerkbar macht ist verständlich. Doch jetzt ist die Kanalbehörde aktiv geworden und pumpt derzeit nach mehrmaligen Telefonaten meinerseits, sehr langsam Wasser in das System. Zentimeter um Zentimeter steigt der Wasserspiegel, sodass die Wassergekühlten Maschinen (Hauptmaschine und Generator) wieder in Betrieb genommen werden können. Ein normales Bordleben stellt sich wieder ein. An Weiterfahrt gen Süden ist aber noch nicht zu denken.


Tag und Zeit: 29.10.2018 10.19 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,231´ E
Wind: NW / 2 bft  
Wetter: Regen / 5,8 ° C  
Wassertemperatur: 15,0 ° C  

Der Wasserspiegel sinkt kontinuierlich, als ob einer den Kanal leer laufen lassen würde. An Hand vorbeiziehender Blätter auf der Wasseroberfläche kam ich auf diesen Gedanken. Zumal auch wirklich immer weniger Wasser im Kanal ist. Das unsere Gypsy Life auf Grund sitzt ist schon einige Tage so. Doch durch das schwindende Wasser fehlt dem Schiff der Seitenhalt und es beginnt sich auf eine Seite zu neigen. Nach Kontaktierung der Kanalüberwachung, kam man persönlich vorbei um vor Ort die Lage zu besprechen. Die Pumpe die auf etwa 1 km Rohrlänge und 50 m Höhenunterschied Wasser aus der Mosel in den Kanal pumpt steht seit etwa einer Woche. Bei Baggerarbeiten sollte ein Rohr beschädigt worden sein. Reparatur in Aussicht. Gute Information, aber nicht zufrieden stellend. Denn das Wasser würde dadurch nicht weniger werden. Irgendjemand saugt den Kanal leer. Man sprach von undichten Stellen im Kanal, die den Wasserspiegel fallen lassen würden. Da es zur Zeit regnet, müsste sich dies etwa aufheben. Dem ist aber nicht so. Heute kam der Chef persönlich vorbei und erklärte mir, dass man Wasser für die Meuse benötige und das aus diesem Kanal entnommen wird. Man will ausreichend Wasser im Fluss für die Fische haben.Ich gab zu verstehen, dass man uns extra aus dem Fluss Meuse wegen Hochwassergefahr in das Kanalsystem beordert hat. Ich habe freundlich die Verantwortung über unsere Schiffe der Kanalbehörde übergeben.Zwischenzeitlich ist das Schiff seitlich an Bäumen und an der Spundwand gegen das Umkippen mit Dehnungsarmen Tauwerk gesichert worden. Es ist spannend. So bleibt die Weiterfahrt gen Süden weiterhin ein Traum.


Tag und Zeit: 21.10.2018 18.21 utc
Ort: 48° 42,210´ N 005° 43,230´ E
Wind: windstillt  
Wetter: dunkel / 15,5 ° C  
Wassertemperatur: 17,0 ° C  

Schrieb ich letztes Jahr im Herbst unter Aktuelles, dass Kraniche die über mich fliegen, eine Unruhe in mir weckten und ich dann kurz entschlossen Finnland verließ und weiter gen Süden fuhr. In letzter zeit sehe ich hier auch gerade Nachts viele Kraniche über uns fliegen, die weiter Richtung Süden unterwegs sind. Es ist reiner Zufall, dass wir genau in ihrer Flugschneise liegen und daher die Möglichkeit der Beobachtung haben. Von Unruhe spüre ich nichts, obwohl wir hier momentan durch den Wassermangel mit der Gypsy Life auf Grund sitzen. Die Versorgung ist durch unser Adventure Bike und durch das Fischerboot FB5, welches auch noch bei sehr niedrigem Wasserstand fahrtauglich ist, gegeben. Brennholz wird gerade schnitten und spaltet, damit in den regenreichen Monaten das Schiff von innen getrocknet werden kann. Ob das jetzt schon unser Überwinterungsplatz ist kann ich noch nicht sagen.


Tag und Zeit: 10.10.2018 18.51 utc
Ort: 48° 42,212´ N 005° 43,233´ E
Wind: windstillt  
Wetter: dunkel / 16,1 ° C  
Wassertemperatur: 15,0 ° C  

Heißt es nicht man sieht sich immer zwei mal im Leben? Im Jahr 2014 haben wir in Isafjördur ein Ehepaar aus dem Schwarzwald kennen gelernt und eine schöne Zeit miteinander verbracht. Jetzt nach verstrichenen 4 Jahren hat uns das Ehepaar hier in der Nähe von Pagny sur Meuse wieder besucht. Grillen auf dem WRB9, Kaffee und Kuchen in der Gypsy Life und das bei bestem Wetter. So behalten uns die Gäste hoffentlich in Erinnerung. Es war wieder eine schöne Zeit. Danke schön.


Tag und Zeit: 02.10.2018 16.20 utc
Ort: 48° 49,971´ N 005° 30,654´ E
Wind: windstillt  
Wetter: Bewölkt / 9,8 ° C  
Wassertemperatur: 16,5 ° C  

Aufbruch: Ganz unerwartet bekommen wir vom VNF ( die Organisation der französischen Kanäle) die Information, dass wir weiter fahren können. Ein kleiner Hacken ist jedoch dabei. Es steht nur ein Zeitfenster von einigen Tagen zur Verfügung. Die Organisation möchte alle Schiffe die sich in der Meuse aufhalten weg haben. Sie fürchten das es mit dem all jährigen Hochwasser in den Wintermonaten Probleme geben kann. Deswegen möchte sie alle Schiffe im Kanalsystem vor Toul wissen, weil dort das Hochwasser reguliert wird. Das Fenster ist für die Strecke mit den unzähligen Schleusen für uns nicht realisierbar. So entscheidet die VNF das die Schleusenzeiten für uns als Berufsschiffer verlängert werden müssen. Anstatt von 9 – 18 Uhr jetzt 7 -19 Uhr. Dies setzt aber zu dieser Jahreszeit, da es morgens noch recht dunkel ist ein sicheres Manövrieren bei Dunkelheit voraus. Das Schiff sollte nicht nur Radar sondern auch über eine entsprechende Schweinwerferanlage nach allen Seiten verfügen. Denn die Schleusen und Tunneleinfahrten sind durch ihre schmalen Zufahrten erheblich dunkler als das restliche Umfeld. Unsere Vlet die derzeit als Zugschiff eingesetzt ist verfügt durch die Jahre lange Navigation in den Wintermonaten in der Arktis über ausreichende Lichtquellen. So ist es für mich möglich auch mit dem geschleppten Leichter WRB9 und dem Fischerboot FB5 mit einer Länge von etwa 28 m sicher vorwärts zu kommen. Die Weiterfahrt ist aber auch begrenzt. In Toul am Ende des Kanals der Meuse, ist derzeit noch eine Brückenbaustelle nicht abgeschlossen. Man strebt an bis zum 28.10.2018 mit den Arbeiten fertig zu sein. Wer lange mit dem kühlen Nass zu tun hat weiß, dass immer unvorhersehbare Herausforderungen gibt. Wie es auch ausgehen wird, wir sind auf jeden Fall dem Süden etwas näher gekommen.


Tag und Zeit: 18.09.2018 17.11 utc
Ort: 49° 24,091´ N 005° 11,207´ E
Wind: windstillt  
Wetter: Bewölkt / 22,8 ° C  
Wassertemperatur: 20,0 ° C  

Eine Woche Heimaturlaub mit einer Fahrstrecke von 1800 km auf unserer Adventure Enduro sind absolviert worden. Bestes Wetter kein Regen. Zum Fahren auf dem Motorrad prima aber für die Weiterfahrt gen Süden eher schlecht. Nach neuesten Meldungen kommt jetzt zu dem fehlenden Wasser auch noch eine Reparatur an zwei Schleusen dazu. Ich vermute man will das Niedrigwasser zum arbeiten nutzen. So wird meine Hoffnung eventuell Mitte Oktober weiter zu kommen vernichtet. Die Arbeiten sollen laut offiziellen Angaben bis 18.11.2018 beendet werden. Wenn man die ruhige und Stress frei Mentalität der Franzosen kennt, darf man ruhig gleich ein paar Tage dazu zählen, bis es wirklich weiter geht. Will man den Fantasien einiger Leute glauben schenken, sollen die Reparaturen über ein Jahr anhalten. Wir sehen es gelassen, denn auf dem nächst gelegenen Kanal, der eine Umfahrung ermöglicht, ist ein Häuschen durch einen starken Wind in eine Schleuse gefallen. Hier soll die Bergung und das Beheben des Schadens tatsächlich über ein Jahr dauern. Wir werden unseren Liegeplatz am Kanalufer gesäumt von Büschen und Bäumen weiter so wie wir es aus den Überwinterungen in der Arktis kennen weiter ausbauen.


Tag und Zeit: 22.08.2018 17.22 utc
Ort: 49° 24,091´ N 005° 11,207´ E
Wind: SW / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 24,8 ° C  
Wassertemperatur: 21,0 ° C  

Die Zeit vergeht wie im Flug: Wir liegen fernab jeglicher Hafenversorgung, wie schon erwähnt als „Schattenparker“ unter Bäumen und merken gar nicht wie schnell die Zeit vergeht. Jeder Tag steckt voller Arbeit die drei Schiffe und neun Motoren in guter Kondition zu halten. Kundendienste, Pflege-, Reparatur-, und Streicharbeiten halten neben den alltäglich, wiederkehrenden Arbeiten und ganz schön in Bewegung. Der Regen und die dadurch erwartende Befüllung der Kanäle und Flüsse bleibt bis auf weiteres aus. Wir bauen unseren Liegeplatz derzeit weiter aus, denn ich nehme an, dass es vor Ende Oktober nicht weiter geht


Tag und Zeit: 02.08.2018 15.42 utc
Ort: 49° 29,099´ N 005° 12,049´ E
Wind: 0 bft  
Wetter: sonnig / 33,7 ° C  
Wassertemperatur: 26,0 ° C  

Aus der Traum, nichts geht mehr: Wir liegen kurz vor Verdun einer Stadt der vielen Historikern bekannt sein dürfte. Der Wasserstand ist laut den Schleusenwärtern ab St-Mihiel so niedrig, dass die Schifffahrt eingestellt wurde. Bis dort hin wären noch einige Fluss Kilometer für uns befahrbar, doch angeblich sind bedingt durch die Sperre die Häfen und freien Liegeplätze mit wartenden Schiffen überlastet. Bei den anhaltenden Temperaturen weit über 30° ziehen wir es aber vor, uns nach den Schattenplätzen richten zu können. Viele Schiffe die uns passiert haben, kommen wieder entgegen und sind auf Umkehrkurs, Richtung Norden unterwegs. Wir müssen jetzt auf einsetzenden Dauerregen warten, damit die Flüsse zur Meuse hin wieder Wasser führen und sie befüllen können. In den nächsten 14 Tagen soll es laut Wettervorhersage 0,9 L/m² in zwei Tagen regnen. Bei solch minimaler Wasserzufuhr kann es Wochen oder gar Monate dauern, bis die Sperrung aufgehoben wird. Wenn ich mich an die Expedition „Donau – Alaska“ im Jahr 2013 erinnere, warteten wir 11 Monate auf Island, bis sich die Orkan Häufigkeit beruhigte und das Packeis solch Lücken aufwies, dass eine kleine Fahrrinne für uns sichtbar wurde. Sollten sich keine unvorhersehbare Hürden durch Behörden oder sonstiges vor uns aufbauen, werden wir warten.


Tag und Zeit: 26.07.2018 14.19 utc
Ort: 49° 29,485´ N 005° 10,823´ E
Wind: S / 1-2 bft  
Wetter: sonnig / 41,1 ° C  
Wassertemperatur: 25,0 ° C  

Das die Temperaturen lokal unterschiedlich sind, habe ich ja schon auf meinen Arktis Fahrten dokumentiert und muss das gerade hier in den Breiten auch feststellen. Wir liegen momentan ziemlich offen, so dass uns ein leichter Wind erreichen kann, dennoch sind die Temperaturen über 40°. In Wald oder Buschnähe liegen die Temperaturen um 35° . Unter diesen Umständen eine Temperaturerhöhung von 1° - 1,5° über das Jahr gesehen auf eine große Fläche ( die Weltkugel) zu übertragen ist für mich schon mehr als eine blauäugige Behauptung. Zu Unterschiedlich fallen die Werte über die Land und Wassermassen aus. Zumal es nicht im Ansatz flächendeckende Messestationen auf dem Wasser gibt. Die Wassermassen aber immer hin 2/3 der Erdoberfläche ausmachen. Das Material und die Crew stehen, legt man die Überwinterungen in der Arktis zugrunde, gerade einen Temperaturunterschied von mehr als 80 ° durch. Dieser Prozess kann nur schrittweise von statten gehen, deswegen erwähnte ich vor Antritt unserer Fahrt, wir werden langsam unterwegs sein.


Tag und Zeit: 15.07.2018 16.51 utc
Ort: 49° 47,606´ N 004° 45,523´ E
Wind: windstill  
Wetter: sonnig / 38,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

Bericht 23 „Der Sonne entgegen“ fertig gestellt. Viele Leser kennen meine Berichte aus den vorherigen Expeditionen. Hier wurde unter anderem, möglichst mit Fotos als Beweismittel viele Sachverhalte, die durch die Medien zum Thema Arktis unvollständig dokumentiert wurden, in einem anderen Licht dargestellt. Das Thema Arktis haben wir nach fast 20 jähriger Befahrung mehreren Überwinterungen vor Ort auf dem eigenen Schiff, und zuletzt mit einem Daueraufenthalt von 4 Jahren, für die kommenden Jahre eingestellt und sind wie bekannt in Richtung Süden unterwegs. Die jetzigen Berichte sind eine Zusammenfassung aus einigen interessanten Fakten und dem Reiseverlauf als solches. Welche Menschen wir kennen gelernt haben und welche Situation gemeistert werden mussten. Die Bilder zeigen die Landschaft vom Wasserweg via Schiff und von den abgelegenen Wegen via Motorrad aus. Also genau das Richtige nach einem Stressreichen Tag sich durch Bilder und Text auf andere Gedanken zu bringen. Mal etwas positives Lesen und etwas schönes anschauen und den Alltag für eine gewisse Zeit hinter sich lassen. Wie man solch Bericht erhält, ist sehr einfach bei mir gestaltet. Unter der Rubrik Verkauf gibt es die Infos. Man schreibt eine E-Mail harald-paul@haraldpaul.com , oder nimmt über Facebook mit mir Kontakt auf.


Tag und Zeit: 10.07.2018 13.41 utc
Ort: 49° 54,213´ N 004° 41,136´ E
Wind: SW / 2 bft  
Wetter: bewölkt / 17,5 ° C  
Wassertemperatur: 24,0 ° C  

In Frankreich eingefahren und gleich die erste Bekanntschaft mit einem gleich Gesinnten gefunden. Durch einige Maßnahmen im Bezug auf den Tiefgang an unserer Gypsy Life, konnten wir jetzt doch in den „Canal de la Meuse“ einfahren. Der Plan über Umwege durch die zahlreichen Kanäle Frankreichs zu fahren um das Mittelmeer zu erreichen, wurde schnell verworfen. Auch dort sind verschiedentliche Hürden durch defekte Schleusen und dem sehr niedrigen Wasserstand bedingt durch die anhaltende Dürre, Programm. Wir sind langsam unterwegs und warten bis es in den höheren Lagen regnet, damit der Wasserstand in dem Kanal wieder etwas steigt. Momentan haben wir noch keine Schwierigkeiten in Bezug auf die Tiefe unseres Schiffes. Sind aber schon einem Segler begegnet der mit einem Tiefgang von 1,80 m um gedreht hat. Bei uns liegt aber vorerst wieder Süd Kurs an.


Tag und Zeit: 27.06.2018 11.57 utc
Ort: 50° 09,785´ N 004° 49,095´ E
Wind: NW / 2-3 bft  
Wetter: sonnig / 27,2 ° C  
Wassertemperatur: 21,0 ° C  

Wir hatte die belgische Grenze vor einigen Tagen nach dem Besuch der Linssen Werft in Holland ohne weiteres passiert und sind frohen Mutes in Richtung Frankreich zu dem „Le Canal de la Meuse“ genau zur Stadt Givet unterwegs gewesen. An der ersten Schleuse angekommen an der man auch die Gebühren für Frankreichs Schleusen bezahlt, wurde uns freundlich mitgeteilt, dass durch ein länger anhaltenden Schaden der ganze Kanal mit 272 km und 59 Schleusen statt 1,80 m Wassertiefe nur noch 1,60 m Tiefe führt. Wir gehen zwar nicht mehr ganz so tief wie 1,80 m, aber 1,60 m oder eher weniger haben wir dann doch nicht. Dazu kommt noch, dass momentan einige Schleusen ganz am Anfang des Kanals defekt sind. Eine Zeitabschätzung für die Reparatur gibt es in Frankreich nicht. Geistesgegenwärtig suchten wir nach Ausweichmöglichkeiten, über andere Kanäle, die in der Nähe und eine Verbindung zu unserer Route aufweisen. Mit einem freundlichen Lächeln wurde uns mitgeteilt, dass auch diese nicht befahrbar sind, da es dort auch defekte Schleusen gibt. Es gibt noch weitere Möglichkeiten durch Frankreich zu fahren, welche aber um Ecken länger und mit wesentlich mehr Schleusen, Tunneln und Hebewerke bestückt sind. Ob wir diese Herausforderung annehmen, können wir zur Zeit noch nicht sagen, da noch nicht alle Informationen über die Befahrbarkeit vorliegen. Auf jeden Fall liegt momentan Nord Kurs an. Wir mussten umdrehen.


Tag und Zeit: 15.06.2018 10.20 utc
Ort: 51° 13,361´ N 005° 59,483´ E
Wind: SW / 1 bft  
Wetter: bewölkt / 25,8 ° C  
Wassertemperatur: 21,5 ° C  

Unser WRB9 ist momentan zum Stall umfunktioniert. Die Kühe sind zwar auf der Weide, doch ihre Neugier treibt sie zu uns. Mit der Zeit werden sie dann frech und wollen dann sogar noch in den Barge eintreten. Nicht das er das nicht aushalten würde, doch wenn sich dann die Kuh erschrickt, kommt es zu unkontrollierten Bewegungen, die dann doch Beschädigungen hervorrufen könnten. Das Zwerghuhn habe ich beim Moped fahren mit der Sportenduro im Gelände fernab jeglichem Gehöft im Gras gefunden. Es war so zahm, dass ich es mit der Hand leicht aufnehmen und im Rucksack zu den Booten transportieren konnte. Das Huhn hat sich augenblicklich im Barge eingewöhnt und fühlt sich wie zu Hause. Zwischenzeitlich bin ich einige Gehöfte abgefahren um zu fragen wer solch ein Huhn vermisst. Fehlanzeige die meisten Bauern haben keine Hühner mehr, sondern nur noch Intensivhaltung von Nutztieren. Alle Türen der Boote stehen offen, aber das Zwerghuhn bleibt bei uns und turnt auf allen Schiffen herum. Walter hat es zu fressen gern, da muss ich momentan aufpassen.


Tag und Zeit: 28.05.2018 16.42 utc
Ort: 51° 48,816´ N 005° 24,613´ E
Wind: E / 1 bft  
Wetter: sonnig / 30,7 ° C  
Wassertemperatur: 23,0 ° C  

Gerade der heutige Tag hat uns gezeigt was es heißt gut warm zu sein. Trotz beschatten der Schiffsscheiben von außen haben wir fast 40° im Inneren erreicht. Selbst für Kanaria Admirali ordentlich warm. Die Lüfter laufen auf Volllast. Unsere Schlafkabine schaffen wir durch die Klimaanlage auf konstante 22° zu halten. Die äußeren Bodenflächen des WRB9 heizen sich so auf, dass sie sich leicht wellen. Auf Walter muss ich aufpassen, dass er sich nicht die Füße auf dem Alu verbrennt. Mit Wasser kühle ich den Boden ab bevor er ihn betritt. Wenn ich mich an meine Jungendzeit in Brasilien erinnere wie heiß es dort war, kann das Thermometer schon noch ordentlich klettern. Heiß statt Eis beginnt.


Tag und Zeit: 21.05.2018 15.19 utc
Ort: 51° 44,511´ N 004° 44,492´ E
Wind: NE / 3-4 bft  
Wetter: sonnig / 30,0 ° C  
Wassertemperatur: 19,0 ° C  

Naturschutzgebiet Biesbosch erreicht. Ein riesiges Gebiet aus Inseln und Schilfflächen welches zwischen den Flüssen die Maas und die Nieuwe Merwede liegt. Durch dieses zum Teil sehr flache Areal mogeln wir uns gerade mit den drei Schiffen durch. Leichter Tidenhub und keine Fahrwasserkennzeichnung erhöhen die kleine Herausforderung mit unserem Tiefgang auch schwer zugängliche Ecken zu erreichen.


Tag und Zeit: 30.04.2018 17.57 utc
Ort: 52° 11,657´ N 006° 09,652´ E
Wind: SW / 5-6 bft  
Wetter: sonnig / 13,2 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Von heiß kann ich in den letzten Tagen nicht reden. Die Temperaturen waren gerade mal einige Tage in der Mitte des Monats über 24° warm. Dann aber kühlte es sich wieder bis um die maximal 15° ab. Die Nächte waren deutlich unter 10°. Würden wir nicht das Grün um uns herum sehen, könnte ich glatt denken das wir wieder im Norden sind. Auf jeden Fall musste ich Holz für unseren Ofen hacken. Ich nutzte eine Windstille um trotz des etwas frischeren Wassers, noch schnell einen kleinen Tauchgang rund um die Schiffe zu machen, damit ich kontrollieren konnte das alles in Ordnung ist. Die Anoden gesäubert und die Schrauben der Antriebe auf Fremdkörper wie Angelschnüre überprüft. Momentan kämpfen wir gegen die Strömung der Ijssel zu Berg, an. Der Außenborder des WRB9 läuft mit und hilft so der Gypsy Life alle Schwimmkörper Stromaufwärts zu bringen. Wir halten Kurs gen Süden.


 

Tag und Zeit: 19.04.2018 11.30 utc
Ort: 53° 05,955´ N 005° 54,202´ E
Wind: SW / 3 bft  
Wetter: sonnig / 28,2 ° C  
Wassertemperatur: 16,0 ° C  

Auf wiedersehen Drachten in Friesland (Holland). Hier haben wir einige Monate über den Winter verbracht und alles wieder vorbereitet, damit die neue Herausforderung „Heiß statt Eis“ angenommen werden kann. Unser Kurs liegt nach Süd Holland an, um anschließend über den Fluss die Maas, (zu Berg) Belgien zu erreichen. Die Temperaturen sind schon wie man auf dem Bild erkennen kann, für uns recht hoch. Der helle Anstrich auf den Schiffsaufbauten und der Einsatz der Klimaanlage hat sich bewährt. Unser seit zwanzig Jahren eingespielter Lebensablauf aus dem Norden (Arktis) muss jetzt noch diesen Temperaturen angepasst werden. Für die neuen Leser des Logbuches einige Informationen vorab. Die Zeitangabe ist in utc (coordinated universal time) angeben. Dies ist die Basiszeit für die ganze Welt. Von der kann für jeden beliebigen Ort an dem man sich aufhält umgerechnet werden, damit man eine genaue Zeitvorstellung hat. Für Deutschland, Holland, Belgien, usw plus zwei Stunden dazu rechnen. Die Zeilen darunter bestimmen durch die Koordinaten, den exakten Ort an dem sich das Schiff zu der angegeben Zeit aufgehalten hat. Die Buchstaben und die Zahlen in der Zeile Wind fängt mit der Richtung an N für Nord, S für Süd, E für Ost und W für West Winde. Ein SW ist somit ein Süd West Wind. Die Zahl dahinter gibt die Windstärke in beaufort (bft) an. Eine 0 ist Windstille eine 12 ist Orkan. Orkane werden dann in fünf weitere Stufen eingeteilt, von denen wir in der Arktis gerade bei den Überwinterungen genügend Kostproben erhielten. Doch in den Breiten, die wir jetzt befahren wollen kommen solche Orkane normalerweise nicht vor. Als Richtung darf ich erwähnen das 5 bft etwa 30 km/h sind. 10 bft währen somit um 100 km/h und werden in unseren Breiten als starker Sturm bezeichnet. In der Arktis fällt das unter moderate Erfrischung und man fängt ab dieser Stärke überhaupt erst an von Wind zu sprechen. In diesem neu eröffneten Logbuch werde ich in unregelmäßigen Zeitabständen Informationen veröffentlichen, damit Sie als Leser an der Reise nach belieben teilnehmen können. Wir meine Frau Silvia, der Terrier Walter, der grönländische Kanarienvogel Kanari Admirali und meine Wenigkeit wünschen ihnen viel Spaß und gute Unterhaltung.


 

 
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